Sollzinsen und Habenzinsen | Theorie und Beispiele

Definition: Sollzinsen und Habenzinsen


Sollzinsen sind Zinsen, die von einer Bank für geliehenes Geld oder für Kontoüberziehungsbeträge in Rechnung gestellt werden. 

Habenzinsen sind Zinsen, die eine Bank für Sparguthaben oder für Kontoguthaben dem Kunden vergütet.

Für Habenzinsen sind 25% Kapitalertragssteuer (KEST) zu bezahlen. Die hohen Sollzinsen bei geliehenem Geld (Kredit) sind ein wesentlicher Grund, dass die Rückzahlungen die Kreditschulden nur teilweise vermindern. 

Sollzinsen und Habenzinsen

 

Verzinsung:


Die Sollzinsen sind immer beträchtlich höher als die Habenzinsen 

Beispiel Gehaltskonto: Sollzinsen 12,75% und Habenzinsen 0,5%  (Stand 2025).

Auch bei gleicher Verzinsung wachsen die Sollzinsen schneller an als die Habenzinsen. 

Dies hat im Wesentlichen zwei Ursachen:

a) Habenzinsen werden mit 360 Tagen gerechnet, Sollzinsen mit 365 Tagen. 

b) Habenzinsen werden nur einmal jährlich gerechnet, Sollzinsen vierteljährlich

Dadurch fällt bei den Sollzinsen der Effekt der Zinseszinsen viel stärker an. 

 

Beispiele: 


Berechne folgende Zinsen für jeweils 1 Jahr: 

a) bei einem Guthaben von € 10.000,- bei einer Verzinsung von 1,5% (jährlicher Zinssatz)

b) bei einem Kredit von € 10.000,- bei einer Verzinsung von 1,5% (vierteljährliche Verzinsung): 

 

Lösung:

a) Habenzinsen

Vorberechnung effektiver Zinnsatz:

1,5% 0,75 = 1,125%  

Z = K peff : 100 

Z = 10.000   1,125 : 100 

Z = 112,50 € 

Die Habenzinsen für ein Jahr betragen € 112,50. 

 

b) Sollzinsen: 

Achtung: Zinseszinsen

K4 = K0  (1 + p/100)4

K4 = 10.000  1,0154

K4 = 10.613,64 €   – € 10.000,- = 613,64 €

Die Sollzinsen betragen für ein Jahr 613,64 €.

 

 

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Tageszinsen | Formeln und Beispiele verständlich erklärt

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