Währungsreform 1925:


 

 
Hyperinflation:

Währungsreform 1925: Nach dem 1. Weltkrieg herrschte in Österreich eine Hyperinflation (massive Geldentwertung). Die Lebenshaltungskosten erreichten im Jahr 1922 das 14 000-fache der Vorkriegszeit.

Die bis dahin gültige Währung, die Krone, war nichts mehr wert, so dass sie in Schubkarren und Wäschekörben transportiert wurde.

Im Jahre 1922 betrug die jährliche Inflationsrate 1 733 Prozent, die Preise wurde teilweise stündlich angehoben.

Sogar als Heizmaterial wurde das wertlose Geld verwendet. Diese Währungskatastrophe verteuerte aber nicht nur das alltägliche Lebens sondern sie vernichtete auch Vermögenswerte: Sparguthaben und Renteneinkommen waren nichts mehr wert.

Verursacht wurde diese Hyperinflation durch die hohen Kriegsausgaben und die darauf folgenden Reparationszahlungen, die Österreich als Kriegsverlierer leisten musste.

 
KleingeldmangelNotgeld:

Die Notenpresse druckte Geld ohne Ende, dadurch stieg die Geldmenge rapide an, so dass die Inflation massiv zunahm. Eine zusätzliche Begleiterscheinung der Hyperinflation war der Kleingeldmangel.

Da der Metallwert der Münzen aus Nickel und Kupfer deren Nennwert (und damit Zahlungswert) überstieg, horteten die Menschen die Münzen.

Deshalb musste der Finanzminister den Gemeinden 1918 die Ausgabe von eigenem Notgeld mit kleinen Nennwerten erlauben um die Versorgung mit Kleingeld zu sichern.

Beendet wurde diese wirtschaftliche Katastrophe durch harte Auflagen, die Österreich im Rahmen einer Völkerbund-Anleihe eingehen musste.

Im Rahmen dieser Vereinbarungen, musste sich Österreich zur Stilllegung seiner Notenpresse verpflichten, das Budget sanieren, und sich der Kontrolle durch einen Völkerbund-Kommissär unterwerfen.

 

Einführung des Schillings:


Als sichtbares Zeichen der neuen Wirtschaftspolitik wurde am 1. März 1925 der Schilling als neue Währung eingeführt.

Der Schilling wurde zudem in 100 Groschen unterteilt.

Der Umrechnungskurs betrug 1 : 10 000, d.h. für 10 000 Kronen bekam man einen Schilling.

Die Einführung der neuen Währung begleitet von einer Wirtschaftspolitik, die Stabilität als ihr oberstes Ziel definierte, führte dazu, dass die Währungsreform ein voller Erfolg war.

Der Schilling war einer stabilsten Währungen im damaligen Europa und erhielt als Spitznamen die Bezeichnung Alpendollar. Nach dem Anschluss an Deutschland wurde am 17. März 1938 der Schilling durch die deutsche Reichsmark ersetzt.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs am 30. November 1945 wurde der Schilling wieder die offizielle Landeswährung von Österreich.

 

Tests:


Österreich Währungsreform 1925 Test

 

Übungsblätter:


Österreich Währungsreform 1925 Merkblatt

Österreich Währungsreform 1925 Übungsblatt