Österreich 2. Weltkrieg Luftangriffe:


Österreich 2. Weltkrieg Luftangriffe
 

Österreich war lange von Luftangriffen durch alliierte Bomberflotten verschont geblieben.

Das änderte sich nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten am 8. September 1943 grundlegend.

Ab jetzt konnte  die 15. US-Luftflotte vom italienischen Luftwaffenstützpunkt Foggia aus Angriffe auf österreichische Städte durchführen.

 

Keine Flächenbombardements:


Der wesentliche Unterschied zu den total zerstörten deutschen Städten bestand darin, dass österreichische Städte keinen ausgedehnten Flächenbombardements durch 1.000 Bomber Angriffe ausgesetzt waren.

Die österreichischen Städte wurden vorrangig von amerikanischen Lufteinheiten bombardiert, die im Gegensatz zum Vorgehen der britischen Luftwaffe in Deutschland auf großflächige Flächenbombardements grundsätzlich verzichtete. 

Trotzdem war diese Form der Kriegsführung eine Zäsur für Österreich, da durch die Ungenauigkeit der Bombenangriffe sehr viele Zivilisten und nicht Kriegsfabriken, Raffinerien, Militäranlagen getroffen wurden.

Die Frage nach der militärischen Sinnhaftigkeit bzw. Notwendigkeit dieser Angriffe war/ist auch bei den Alliierten äußerst umstritten.

Der Luftkrieg über Österreich kostete ca. 30.000 Menschen das Leben.

 

Wien und Wiener Neustadt:


Hauptbetroffen von den Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs war die Bundeshauptstadt Wien mit insgesamt 53 Luftangriffen, 9 000 Toten und 37 000 total zerstörten Wohnungen.

Bereits Am 13. August 1943 wurde von amerikanischen Luftverbänden Wiener Neustadt, wo sich wichtige Rüstungswerke für die deutsche Flugzeugindustrie befanden, angriffen.

Wiener Neustadt wurde durch mehrere Bombardements (55 000 Bomben) großflächig zerstört und hatte 790 Tote zu beklagen.

 

Andere Bundesländer:


Innsbruck (Dezember 1943), Hainfeld in Niederösterreich, und Klagenfurt, Salzburg waren weitere Angriffszielen der amerikanischen Bomberflotten.

Die Stadt Villach in Kärnten wurde aufgrund seiner strategischen Lage als Verkehrsknotenpunkt systematisch bombardiert.

Ein weiteres Hauptangriffsziel war Graz, aufgrund seiner Rüstungsbetriebe (Steyr-Daimler-Puch).

Hier starben bei 56 Angriffen fast 1 800 Menschen.

 

Sekundärziele:


Österreich war in kleineren Städten wie Feldkirch durch so genannte Sekundärziele von Bombenangriffen betroffen.

Nachdem schlechtes Wetter und deutsche Jagdflugzeuge einen Angriff auf das eigentliche Ziel die Messerschmitt-Werke in Augsburg verhinderte, wählten 15 amerikanische Bomber Feldkirch als Ersatzziel.

Bei dem Angriff am 1. Oktober 1943, starben 200 Zivilisten, nachdem das Reservelazarett und die Lehrerbildungsanstalt getroffen wurden.

 

Luftschutzbunker:


Die Zivilbevölkerung suchte in Luftschutzbunkern Zuflucht.

Durch Sauerstoffmangel oder Bombenvolltreffer starben aber auch hier Menschen.

Kriegsgefangenen, Juden und Zwangsarbeiter war der Zutritt zu den Luftschutzbunkern grundsätzlich verboten.

Keinen Schutz gab es bei Tieffliegerangriffe, die bei der Bevölkerung sehr gefürchtet waren. 

Wendige Jagdflugzeuge der Alliierten flogen in geringer Höhe und griffen vor allem Infrastruktureinrichtungen (z.B. Eisenbahnstrecken) an.

Aufgrund dieser Vorgangsweise gab es keine Vorwarnzeit und damit keine Möglichkeit einen Luftschutzbunker aufzusuchen.