Klimaprovinzen und Klimazustand in Österreich

Klimaprovinzen und Klimazustand in Österreich:


Österreich liegt in der gemäßigten Klimazone mit einer Vielzahl von regionalen Unterschieden aufgrund maritimer und kontinentaler Einflüsse.. 

Die klimatischen Bedingungen variieren stark zwischen den unterschiedlichen Regionen, was zu einer breiten Palette an Mikroklimaten führt.

Insgesamt kann das Klima in Österreich in vier Hauptzonen (Klimaprovinzen) unterteilt werden: alpines Klima, mitteleuropäisches Übergangsklima, pannonisches Klima und illyrisches Klima.

 

Klimazonen Österreich

eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

 

1. Alpine Klima:

Das alpine Klima prägt vor allem die Lagen der Alpen im Westen und Süden des Landes.

Es ist gekennzeichnet durch lange, kalte Winter mit reichlich Schneefall und kurze, kühle Sommer.

Die Temperaturen können in den Wintermonaten stark sinken, oft unter -10°C, während die Sommermonate selten Temperaturen über 20°C erreichen. 

Bis auf von Bergen geschützte Gebiete, wie das Inn-, Ötz- und Stubaital, gibt es das ganze Jahr über reichlich Niederschläge.

Die Höhenlage beeinflusst vor allem die Temperatur; dabei kann das Absinken kälterer Luftschichten in den alpinen Becken zu sehr tiefen Temperaturen führen.

Von West nach Ost nimmt der Einfluss des Atlantiks ab, wobei die Nord- und Zentralalpen eine Wetterscheide für Nordwestströmungen darstellen.

Dies zeigt sich durch abnehmende Niederschläge und stärkere Temperaturschwankungen.

Typisch sind im Winter Kaltluftseen und im Herbst häufige Hochdrucklagen, die als „Altweibersommer“ bekannt sind.

 

 

2. Mitteleuropäisches Übergangsklima:

Das mitteleuropäische Übergangsklima ist in Österreich im Norden von Oberösterreich und im Nordwesten Niederösterreichs, sowie im Westen Vorarlbergs vorzufinden.

Es ist gekennzeichnet durch mäßig kalten Winter und warmen Sommer.

Die durchschnittlichen Temperaturen im Winter liegen zwischen -5°C und 5°C, während die Sommermonate Temperaturen zwischen 20°C und 25°C aufweisen.

Diese Region erhält eine gleichmäßige Niederschlagsverteilung über das Jahr hinweg, mit einer leichten Spitze im Sommer.

Das mitteleuropäische Übergangsklima ist eine Klimazone, die vom atlantischen Einfluss geprägt und von den Nordstaulagen der Westwinde an den Alpen und der böhmischen Masse beeinflusst wird.

Dieser Einfluss, und damit die Menge der Niederschläge, nimmt von Westen nach Osten ab.

Dieses Klima erstreckt sich vom Bodensee über das Allgäu, die bayerischen Alpen und die Staulagen des Alpenvorlandes bis zum österreichischen Granit- und Gneisplateau.

Im Süden geht es in die alpine Klimazone über, während es im Osten in die pannonisch beeinflusste Zone übergeht

 

 

3. Pannonisches Klima:

Diese Klimaprovinz betrifft vor allem die östlichen Teile Österreichs, einschließlich des Wiener Beckens und des Burgenlandes und ist ein typisches kontinentales Klima der gemäßigten Zone.

Das pannonische Klima zeichnet sich durch relativ warme und trockene Bedingungen mit heißen Sommern aus.

Aufgrund kontinentaler Einflüsse sind die Winter recht kalt, aber ebenfalls trocken.

In dieser Klimaprovinz sind die Niederschlagsmengen die geringsten und die Temperaturschwankungen die höchsten in Österreich.

Häufige Ostwindlagen verdrängen in diesem Teil Österreichs die niederschlagsreichen Westwinde.

Intensive Luftbewegungen fördern zudem die Verdunstung und führen zur Austrocknung der Böden.

Die warme Jahreszeit erstreckt sich hier über etwa fünf bis sieben Monate.

 

 

4. Illyrisches Klima:

Das illyrische Klima beeinflusst die südöstlichen Gebiete Österreichs, insbesondere die Steiermark und Kärnten.

Es ist das Übergangsklima zwischen mediterranem, Alpen- und pannonischem Klima.

Vom ähnlichen Klima Pannoniens unterscheidet es sich durch eine weitaus höhere Niederschlagsmenge.

Diese Region ist durch heißen Sommer und milden Winter geprägt.

Die Sommermonate erreichen oft Temperaturen über 30°C, während die Winter mild bleiben, selten unter -5°C.

Zudem zeichnet sich das illyrische Klima durch relativ hohe Niederschlagsmenge aus.

Durch das Vordringen des Mittelmeertiefs ist dies vor allem im Sommer und Herbst der Fall.

 

 

5. Einfluss des Alpenhauptkamms

Der Alpenhauptkamm spielt in Österreich eine entscheidende Rolle bei der klimatischen Gestaltung des Landes und beeinflusst die Verteilung der Klimaprovinzen maßgeblich. Durch seine Ausdehnung und Höhe fungiert der Alpenhauptkamm als Wetterscheide, die das Land in verschiedene Klimazonen unterteilt.

Der Alpenhauptkamm verläuft vom in den Mürzsteger Alpen gelegenen Gippelgipfel in Nordostrichtung als Traisen/Leitha-Wasserscheide über die Gippel Mauer zum Preineckkogel.

 

Trennung von Nord- und Südalpen:

Der Alpenhauptkamm trennt Österreich klimatisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Auf der Nordseite, in den nördlichen Voralpen und im Alpenvorland, ist das Klima stärker durch atlantische Einflüsse geprägt.

Hier kommt es häufig zu intensiven Niederschlägen, da die feuchten Luftmassen aus dem Nordwesten auf den Alpenhauptkamm treffen und abregnen. Auf der Südseite, insbesondere in Kärnten und der Steiermark, zeigen sich mediterrane Einflüsse, die zu milderen Wintern und wärmeren Sommern führen.

 

Nordstaueffekte:

Auf der Nordseite des Alpenhauptkamms, besonders in den nördlichen Voralpen und Alpen, treten Nordstaueffekte auf. Diese entstehen, wenn feuchte Luftmassen aus dem Nordwesten auf den Alpenhauptkamm treffen und gezwungen werden, aufzusteigen.

Dadurch kommt es in diesen Regionen zu erheblichen Niederschlägen, die oft über 2000 mm pro Jahr erreichen können. Diese Effekte sind besonders stark in Vorarlberg, Nordtirol und den Salzburger Alpen ausgeprägt.

 

Regenschatten und Trockenheit im Osten:

Der Alpenhauptkamm schirmt die östlich gelegenen pannonischen Regionen Österreichs, wie das Wiener Becken und das Burgenland, von den feuchten Westwinden ab. Diese Regionen liegen im Regenschatten und erhalten daher deutlich weniger Niederschlag, oft nur 500 bis 700 mm pro Jahr. Diese Trockenheit ist typisch für das pannonische Klima, das durch heiße Sommer und kalte Winter geprägt ist.

 

Kälterückhaltebecken in den inneralpinen Tälern:

In den inneralpinen Tälern, wie im Lungau in Salzburg oder im Tiroler Inntal, entstehen durch die geografische Lage hinter dem Alpenhauptkamm häufig Kaltluftseen. Diese führen zu extrem niedrigen Temperaturen, insbesondere im Winter, da die kalte Luft in den Tälern „gefangen“ bleibt und sich nicht abfließen kann.

 

Übergangszonen und Mikroklimate:

An den Übergängen zwischen den verschiedenen Klimazonen, die durch den Alpenhauptkamm geprägt werden, entstehen zahlreiche Mikroklimate. So ist das Klima in den Regionen direkt am Alpenhauptkamm oft rauer und feuchter, während es in den geschützten inneralpinen Tälern milder und trockener ist.

Diese Mikroklimate können lokal sehr unterschiedlich sein und tragen zur klimatischen Vielfalt in Österreich bei.

Insgesamt sorgt der Alpenhauptkamm in Österreich für eine deutliche klimatische Differenzierung, die von den feuchten und gemäßigten Klimazonen im Norden bis zu den trockenen und kontinental beeinflussten Regionen im Osten reicht.

 

 

5. Klimazustand:

Österreichs Klima ist durch große regionale Unterschiede geprägt, die hauptsächlich durch die vielfältige Topographie der Landes bedingt sind.

 

Durchschnittstemperaturen:

Die Durchschnittstemperaturen variieren stark je nach Region und Höhenlage.

In den Tieflagen und Becken beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur etwa 8-10°C, während sie in den alpinen Höhenlagen deutlich niedriger ist und oft unter 0°C

 

Regenreichste Gebiete:

Die regenreichsten Gebiete befinden sich in den Nordstaulagen der Alpen, insbesondere in den Regionen Vorarlberg, Nordtirol und Salzburg.

Diese Gebiete erhalten aufgrund der Staueffekte der Nordwestwinde besonders viel Niederschlag, oft über 2000 mm pro Jahr. Im Gegensatz dazu sind die östlichen Regionen Österreichs, insbesondere das pannonische Becken, deutlich trockener mit späteren Niederschlagsmengen von weniger als 600 mm

 

Kältepole:

Die Kältepole Österreichs liegen in den hochalpinen Regionen sowie in bestimmten inneralpinen Becken und Tälern. Bekannte Kältepole sind unter anderem das Hochtal von Seefeld in Tirol und das Lungau in Salzburg, wo im Winter Temperaturen unter -20°C keine Seltenheit sind. Diese Gebiete zeichnen sich durch extreme Kälte aufgrund der hohen Lage und der geografischen Besonderheiten aus