Definition:


Mit Verben kann man Tätigkeiten (Erich liest ein Buch), Vorgänge (Susi putzt das Auto) und Zustände (Wanda öffnet die Türe). ausdrücken.

 

persönliche/unpersönliche Verben:


Nach dem Verhältnis zum Subjekt unterscheidet man persönliche und unpersönliche Verben. 

a) Persönliche Verben können mit  allen Personalformen verwendet werden (z.B. Ich schreibe).

b) Unpersönliche Verben hingegen sind nur mit der Personalform "esverbunden (z.B. es brennt).

 

echte/unechte reflexive Verben:


Wenn ein Verb mit nur einem Reflexivpronomen verbunden ist, nennt man diese echte reflexive Verben. Hier bilden Verb und Reflexivpronomen eine feste Einheit  z.B. sich benehmen. 

Von unechten reflexiven Verben spricht man, wenn diese durch ein Nomen/anderes Pronomina ersetzt oder weggelassen werden können. (z.B. Ich fotografiere mich.)

 

transitive/intransitive Verben:


Von einem transitiven Verb/transitiven Gebrauch spricht man, wenn diese Verben ein Akkusativobjekt (4. Fall Frage mit Wen oder Was?) bei sich haben. z.B. Er holte den Honig. 

Verben hingegen, die gar kein oder ein anderes Objekt (1. Fall, 2. Fall, 3. Fall) verlangen, nennt man intransitiv.  z.B. Der Hund stinkt.

 

starke/schwache Verben:


Schwache Verben werden konjugiert, indem man im Präteritum ein -te/-test/-te/-ten/-tet/-ten an den Stamm anhängt und indem man im Perfekt das Partizip Perfekt mit  ge + Stamm + t bildet.

Starke Verben werden konjugiert, indem sich im Präteritum der Selbstlaut beim Konjugieren ändert und indem man im Perfekt das Partizip Perfekt mit ge + Stamm + en bildet.

 

Imperativformen:


Es gibt 3 Arten von Imperativformen:

Bildung: z.B. schreiben    

Singular: Schreib!      

Plural: Schreibt!    

Höflichkeitsform: Schreiben Sie!

Verwendung: 

a) Verbot: Betreten verboten!  

b) Ermahnung: Räum das Zimmer auf!  

c) Ratschlag: Sei vorsichtig!

 

Handlungsrichtungen:


Verben können 3 Handlungsrichtungen haben:

a) Aktiv: 

Beim Aktiv steht die handelnde Person im Vordergrund (die "Täterperspektive").

Diese Person steht im Nominativ, die betroffene Sache im Akkusativ.

z.B. Franz baut ein Haus.

b) Vorgangspassiv:  

Das Vorgangspassiv betont eine Handlungdurch die eine Veränderung hervorgerufen wird.

Wer die Handlung ausübt, ist hingegen weniger wichtig.

z.B. Passiv Präsens: Das Fenster wird (von mir) geputzt.

c) Zustandspassiv: 

Das Zustandspassiv betont eine abgeschlossene Handlung.

Die handelnde Person ist hier noch unwichtiger als beim Vorgangspassiv und fällt praktisch völlig weg. z.B. Passiv Präsens: Das Fenster ist geputzt.

 

finite/infinite Verbformen:


Darunter versteht man Verbformen, die alle grammatikalischen Kategorien eines Verbs erfüllen: Person, Tempus, Genus und Modus.

Finite Verbformen können flektiert (gebeugt) werden. d.h. man erkennt bei diesen Verbformen sofort die Person, für die sie stehen: z.B. du siehst  (2.P.EZ.)

Infinite Verbformen können hingegen nicht flektiert (gebeugt) werden. d.h. man sieht diesen Verbformen nicht an, für welche Person sie stehen.

Man unterscheidet vier infinite Verbformen: 

a) Infinitiv: z.B.laufen

b) Inflektiv: z.B. lauf    

c) Partizip Präsens:  z.B. laufend   

d) Partizip Perfekt: z.B. gelaufen

 

Partizip Präsens/Perfekt:


Partizip Präsens (Mittelwort der Gegenwart) wird gebildet aus dem Wortstamm und der Endung -end   (-nd): z.B.   lachen - lachend   schreiben - schreibend

Partizip Perfekt (Mittelwort der Vergangenheit) wird gebildet aus dem Wortstamm und der Endung -t und -en; zudem weist es fast immer die Vorsilbe ge- auf!   z.B.   lachen - gelacht,  schreiben - geschrieben

 

Personalformen:


Personalformen werden durch Person und Numerus bestimmt.

Man unterscheidet 3 Personen im Singular und 3 Personen im Plural.

Die 3. Person Einzahl wird noch zusätzlich nach dem Geschlecht (männlich, weiblich, sächlich) differenziert.

Die jeweiligen Personalformen haben eigene Endungen z.B. ich lache

 

Zeitformen:


Gegenwart (Präsens): 

Wenn etwas genau jetzt passiert.

(z.B. Es regnet jetzt).

Mitvergangenheit (Präteritum): 

Wenn etwas schon vorbei ist und die Folgen nicht mehr sichtbar sind

(z.B. Es regnete. -  die Straße ist aber schon wieder trocken). 

Vergangenheit (Perfekt): 

Wenn etwas schon vorbei ist und die Folgen sind noch sichtbar.

(z.B.  Es hat geregnet. - die Straße ist noch nass). 

Vorvergangenheit (Plusquamperfekt): 

Von zwei Ereignissen, welche bereits vorbei sind - für das was zuerst statt gefunden hat.

(z.B. Nachdem es geregnet hatte, schien wieder die Sonne). 

Zukunft I (Futur I): 

Wenn etwas erst zukünftig geschehen wird.

(z.B. Es wird morgen regnen). 

Zukunft II (Futur II): 

Hierunter versteht man die vollendete Zukunft.

Man überlegt, was sein wird, wenn ein Ereignis in der Zukunft schon statt gefunden hat

(z.B. In zwei Stunden wird es geregnet haben).

 

Konjugation:


1. nach Person und Numerus (Personalformen):  

z.B. 1.P.EZ.  ich lese             

2. Nachdem Tempus (Zeiten):

z.B. Präsens: Erika liest ein Buch.

3. Nach dem Modus (Aussage):  

Indikativ: Erika liest ein Buch. 

Konjunktiv I:  Erika lese ein Buch, sagt Frank.  

Konjunktiv II: Erika läse ein Buch, hätte sie Zeit. 

Imperativ: Erika, lies ein Buch!

4. Nach dem Genus (Handlungsrichtung): 

Aktiv:  Erika liest ein Buch.  

Vorgangspassiv: Ein Buch wird von Erika gelesen 

Zustandspassiv: Ein Buch ist gelesen.

 

4 Modusformen:


a) Indikativ: 

Der Indikativ ist der neutrale Modus des Verbs. Wir verwenden ihn hauptsächlich um eine einfache Aussage ohne Wertung zu tätigen.

z.B. Er ging in die Stadt. 

b) Imperativ: 

Mit dem Imperativ drücken wir eine Aufforderung oder eine Bitte aus.

Wir unterscheiden 3 Formen: 

Singular: Bleib stehen!  Plural: Bleibt stehen!   Höflichkeitsform: Bleiben Sie stehen! 

c) Konjunktiv I: 

Den Konjunktiv I verwenden wir hauptsächlich in der indirekten Rede.

z.B. Er sagte, er sei müde. 

d)  Konjunktiv II:  

Hier drücken wir aus, dass etwas irreal oder unmöglich ist.

Kommt vor allem in Satzgefügen mit Bedingungen vor.

z.B. Wenn er viel Geld hätte, würde er sich ein neues Auto kaufen.

 

Modalverben:


Modalverben stehen nicht alleine im Satz.

Sie brauchen ein anderes Verb (ein Vollverb).  

z.B. ich muss (Modalverb) arbeiten (Vollverb)

 

Es gibt 6 Modalverben  (können, dürfen, müssen, wollen, sollen, mögen).

Mit ihnen kann man die Wertigkeit einer Handlung ausdrücken: 

Zwang - Ich muss arbeiten. 

Erlaubnis - Ich darf arbeiten. 

Fähigkeit - Ich kann arbeiten.

Aufforderung - Ich soll arbeiten. 

Wunsch - Ich mag arbeiten. 

Wille - Ich will arbeiten.

 

Tests:


Fachbegriffe Verben Test 1
Fachbegriffe Verben Test 2
Verb 4 Konjugationformen Test
Verb Zusammenfassung Test
Verb Modus und Genus Test
Verb Person und Numerus Test
Verb Tempus Test
Verben 3 Anwendungen Tests

 

Videos:


Echte und unechte reflexive Verben Video

Valenz (Wertigkeit) von Verben Video

Verb Fachbegriffe Video

Verb Modus Überblick Video

 

Übungsblätter:


Fachbegriffe Verben Übungsblatt

Verb 6 Zeiten Übungsblatt