Definition lineare Abschreibung:


Von einer linearen Abschreibung spricht man, wenn die Abschreibungsbeträge während der gesamten Nutzungsdauer gleich bleiben.  
 
Anders formuliert wird der Anschaffungswert auf die gesamte Nutzungsdauer in gleich bleibenden Beträgen verteilt. 
 

Funktionen der Abschreibung:


a) Bewertungsfunktion:

Das Anlagegut ist mit dem tatsächlichen Buchwert in der Jahresbilanz berücksichtigt. 

b) Aufwandsverteilungsfunktion: 

Der Abschreibungsbetrag kann jedes Jahr als Aufwand gewinnmindernd verbucht werden.

c) Finanzierungsfunktion:

Weil Abschreibungsbeiträge als Aufwand verbucht werden können, bieten sie einen Investitionsanreiz für Neuanschaffungen. 

 

Beispiel für eine Anlagenabschreibung:


Eine Maschine mit einem Anschaffungswert von € 20 000,- wird 5 Jahre lang gleichmäßig verteilt abgeschrieben. 
 
Den Abschreibungsbetrag erhalten wir, wenn wir € 20 000,- durch 5 dividieren = € 4 000,- 
Diese € 4 000,- werden jetzt jedes Jahr am 31.12. vom Ausgangswert abgezogen:
 
Jahr Abschreibungsbetrag Rechnung Buchwert
1 € 4 000,-  € 20 000,- - € 4 000,- = € 16 000,-  € 16 000,- 
2 € 4 000,- € 16 000,- . € 4 000,- = € 12 000,-  € 12 000,- 
3 € 4 000,-  € 12 000,- - € 4 000,- = € 8 000,-  € 8 000,- 
4 € 4 000,-  € 8 000,- € 4 000,- = € 4 000,-  € 4 000,- 
5 € 4 000,-  € 4 000,- - € 4 000,- = 0  0
 

Abschreibungsursachen:


Man kann folgende Abschreibungsursachen unterscheiden:

a) Abnutzung durch Gebrauch

b) Entwertung durch technischen Fortschritt

c) Entwertung durch Fehlinvestitionen

d) Sinken des Wiederbeschaffungspreises

e) Ablauf von Konzessionen

 

Nutzungsdauer:


Unter der Nutzungsdauer versteht man die Anzahl der Jahre, in der das Anlagengut abgeschrieben wird und voraussichtlich im Betrieb genutzt wird. 

Hier einige Beispiele:

Anlagegut Nutzungsdauer
Betriebsgebäude 33 1/3 Jahre  
Wohngebäude Vermietung 67 Jahre 
Maschinen  10 Jahre
LKW 5 Jahre
PKW 8 Jahre
PC 3 Jahre
Büroausstattung 10 Jahre 
Firmenwert 15 Jahre
 

Abschreibungswert:


Hierunter versteht man den Anschaffungswert (bei Kauf) oder Herstellungswert (bei Produktion), von dem die Abschreibung vorgenommen wird.  
 

Buchwert:


Der Buchwert ist die Differenz zwischen dem Anschaffungswert und den bereits durchgeführten Abschreibungen.  
 

Abschreibungsbetrag:


Darunter versteht man jenen Betrag, der pro Jahr abgeschrieben werden kann.
Er kann folgendermaßen berechnet werden: 
 
a) Berechnung mit Nutzungsdauer: 
 
Formel:
 
Abschreibungsbetrag =  Anschaffungswert
                                           Nutzungsdauer   
 

Beispiel:

Anschaffungswert € 20 000,-   Nutzungsdauer 4 Jahre

Abschreibungsbetrag =  20 000 = € 5 000,-  
                                            4
 
b) Berechnung mit Abschreibungssatz:
 
Formel:
 
Abschreibungsbetrag = Anschaffungswert * p
                                                 100     
Beispiel von oben: 
 
Abschreibungsbetrag = 20 000 * 25 = € 5 000,-            
                                             100
 
Anmerkung: hier ist p = 25%  (weil 100 : 4 = 25%) 
 

Abschreibung auf den Erinnerungseuro:

Wenn das Anlagengut am Ende der Nutzungsdauer angelangt ist und im Prinzip bereits voll abgeschrieben ist aber weiterhin im Betrieb genutzt wird, scheint das Anlagengut trotzdem mit 1 Euro in der Bilanz auf.
Erst wenn das Anlagengut aus dem Betrieb ausscheidet, wird auch dieser Erinnerungseuro abgeschrieben.
 
Obiges Beispiel mit Abschreibung auf den Erinnerungseuro:
Die Maschine scheidet nach 8 Jahren aus dem Betrieb aus. 
 
Jahr Abschreibungsbetrag Berechnung Buchwert Buchwert
1 € 4 000,-  € 20 000,- - € 4 000,- = € 16 000,-  € 16 000,- 
2 € 4 000,- € 16 000,- . € 4 000,- = € 12 000,-  € 12 000,- 
3 € 4 000,-  € 12 000,- - € 4 000,- = € 8 000,-  € 8 000,- 
4 € 4 000,-  € 8 000,- € 4 000,- = € 4 000,-  € 4 000,- 
5 € 4 000,-  € 4 000,- - € 3 999,- = 1  € 1,- 
8 € 1,-  € 1,-  - € 1,- = 0 € 0 

 

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