Definition: Radioaktivität


Unter Radioaktivität versteht man den selbstständigen Zerfall von instabilen Atomkernen. Ab dem 84. Element werden die Atomkerne so groß, dass sie von selbst auseinander brechen. Dabei werden drei Arten von radioaktiven Strahlen freigesetzt:

 

Arten der Strahlung:


alpha - Strahlung: Ist der Atomkern sehr schwer, oder enthält er deutlich weniger Neutronen als Protonen kommt es zum Alphazerfall. Die Strahlung besteht aus positiv geladenen Heliumkernen, reicht höchstens 10 cm weit und kann schon von einem Blatt Papier abgeschirmt werden.

beta - Strahlung: Sie entsteht, wenn sich im Kern zu viele Neutronen oder Protonen befinden. Sie reicht in der Luft einige Meter weit und kann durch dünne Metallplatten oder Kunststoff abgeschirmt werden.

gamma - Strahlung:: Sie entsteht, wenn sich im Kern zu viel Energie befindet. Sie hat eine sehr große Reichweite und ihre Strahlung ist Millionen mal größer als die Energie des Lichtes. Abschirmung durch zentimeterdicke Bleiwände oder dicke Betonmauern.

Der Nachweis einer radioaktiven Strahlung gelingt mit einem Geiger-Müller-Zähler. Zudem schwärzt radioaktive Strahlung Fotopapier und erzeugt Kondensstreifen in einer Nebelkammer.

 

Halbwertszeit:


Unter der Halbwertszeit hingegen versteht man die Zeitspanne, die vergeht, in der die Kernzerfälle auf die Hälfte zurückgehen. Die radioaktive Strahlung wird immer schwächer, ist aber erst beendet, wenn alle instabilen Kerne in stabile Kerne zerfallen sind. Beispiele: Jod 131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen.

Kohlenstoff C14 hat eine Halbwertszeit  von 5730 Jahre, Uran U238 hingegen eine Halbwertszeit von 4,5 Mrd. Jahren. Radioaktive Strahlung kann genutzt werden, um Krebszellen im menschlichen Körper zu zerstören, den Stoffwechsel zu beobachten und metallische Gegenstände auf Fehler zu untersuchen. Nach der Reaktor-Katastrophe im Jahr 1986 in Tschernobyl, wo Unmengen an radioaktiver Strahlung freigesetzt wurden, kam es zu einem starken Anstieg an Fehlgeburten, Krebserkrankungen und Missbildungen beim Erbgut.