Definition:


Unter Stimmlagen bezeichnet man die gesangliche Kategorisierung des Tonumfanges einer Frauen- oder Männerstimme. Die charakteristische Klangfarbe der Gesangsstimme wird Timbre genannt. Der Bereich, in der ein Sänger über längere Zeit länger eingesetzt werden, ohne dass er überanstrengt wird, nennt man hingegen Tessitur

 

Weibliche Singstimmen: 


a) Sopran: 

Sopran (von ital. soprano = "darüber") ist die hohe Frauenstimme oder Knaben-/Kastratenstimme. Die Sängerin wird Sopranistin genannt. 

Sopran ist die meist gesungene Frauenstimme, sie wird aber auch von Knaben vor dem Stimmbruch (Knabensopran) oder Männer im Falsett gesungen. Auch Kastraten (17. und 18. Jahrhundert) wurden für Sopranstimmen besetzt. 

 

b) Mezzosopran:

Mezzosopran (von ital. mezzo soprano = "Halbsopran" ist mittelhohe Frauenstimme zwischen Sopran und Alt. Besonders kennzeichnend für den Mezzosopran ist die Fülle der Töne in der Mittellage. Die Sängerin wird Mezzosopranistin genannt. 

Eine häufige Aufgabe für Mezzosopranistinnen sind so genannte Hosenrollen, also die Darstellung eines meist jungen Mannes. 

 

c) Alt:

Unter der Stimmlage Alt (von lat. altus = "hoch") versteht man eine tiefe Frauenstimme.  Die Sängerin wird hier Altistin genannt. Altpartien der Alten Musik werden auch von Countertenören gesungen.

 

Männliche Singstimmen:


a) Tenor

Die hohe Männerstimme bezeichnet man als Tenor (von lat. tenere = "halten"). Der Sänger selbst wird ebenfalls Tenor genannt und kombiniert Kopf- und Bruststimme. Der Tenor ist die meist gesungene Männerstimme und hat in der Oper meist die Rolle als Held inne.  

 

b) Bariton:

Bariton (von griech. barys = "tief" und tonos = Klang") ist die mittelhohe Männerstimme zwischen Tenor und Bass. Der Sänger wird Bariton genannt.

 

c) Bass:

Bass (lat. „bassus“ = tief) ist die tiefe Männerstimme und damit die tiefste menschliche Stimmlage.  Der Sänger wird Bassist genannt. Im mehrstimmigen Gesang bildet die Bassstimme das Fundament, über dem sich die anderen Stimmen aufbauen.

 

Sonderstimmen:


a) Falsett-Stimme:

Wörtlich übersetzt heißt Falsett "Falschgesang". Diese hohe Männerstimme wird nur mit der Kopfstimme gesungen. Bei dieser um eine Oktave hochgestellte männliche Gesangsstimme schwingen die Stimmbänder nicht vollständig, sondern nur am Rande. Beim Jodeln wird ständig zwischen Normalstimme und Falsett gewechselt. 

 

b) Countertenor:

Ein Countertenor (englisch "Gegentenor") ist die höchste männliche Stimme. Countertenöre singen die Stimmen, die früher Kastraten gesungen ohne deren Stimmhöhen zu erreichen. 

 

c) Kastratenstimmen:

Kastraten waren Sänger des 16. bis 18. Jahrhundert, die vor der Pubertät der Kastration unterzogen wurden, um den Stimmwechsel zu unterbinden. Damit blieb ihnen ihre Knabenstimme (Sopran oder Alt) erhalten. Die Kastraten übernahmen so genannte "Rockrollen", weil Frauen zu dieser Zeit in Italien nicht öffentlich sängerisch auftreten durften.