Angriff auf die Sowjetunion 1941

 
 
 
Nachdem der Plan England zu erobern aufgrund der verlorenen Luftschlacht aufgegeben werden musste, erfolgte am frühen Morgen des 22. Juni 1941 der Angriff auf die Sowjetunion (Operation Barbarossa). Der Krieg war von vornherein als rassenbiologischer Vernichtungskrieg konzipiert, der zudem die Eroberung von neuen Lebensraum im Osten zum Ziel hatte. Die überlegene arische Rasse sollte im Kampf um das Dasein der Völker den unterlegenen "jüdischen Bolschewismus" schnell besiegen.

Die russische Seite war von diesem Angriff völlig überrascht, da sie sich aufgrund des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes (Hitler-Stalin Paktes vom 24. August 1939) in Sicherheit wähnte. Zudem hatte eine Säuberungswelle Stalins, den Großteils der Führungsstruktur der Roten Armee das Leben gekostet.

Die deutsche Armee stieß auf breiter Front mit über drei Millionen Soldaten und 3600 Panzer in der erprobten Kriegstaktik mit keilförmigen vorgetragenen Panzerangriffen tief ins Landesinnere der Sowjetunion vor. Während die Heeresgruppe Nord Stalingrad erreichte,  eroberte die Heeresgruppe Mitte und Süd weite Gebiete in der heutigen Ukraine und Weißrussland.

Nach diesen anfänglich großen Geländegewinnen blieb die deutsche Offensive aufgrund eines frühen Wintereinbruchs im Oktober 1941 im Schlamm stecken. Große Kälte, Schneefälle und lange Versorgungswege führten Anfang Dezember zum endgültigen Zusammenbruch der deutschen Offensive. Die deutsche Armee war aufgrund eines erwarteten schnellen Sieges völlig unzureichend auf den russischen Winter vorbereitet.

Diese Schwäche nutzte die sowjetische Seite, reorganisierte ihre schwer angeschlagene Armee, verlegte ihre Kriegsproduktion hinter den Ural und erhielt zudem massive Waffenlieferungen von ihren alliierten Verbündeten USA und Großbritannien. Mit diesen neu herangeführten Kräften gingen sie in der Winterschlacht 1941/42 in die Offensive. Dem hatte die erschöpfte und schlecht ausgestattete deutsche Armee, die sich jetzt zudem jetzt noch unter persönlichen Oberfehl von Adolf Hitler befand, wenig entgegen zu setzen.

Die nicht erfolgreiche Eroberung Stalingrads (siehe Bild), die damit verbundene Einkesselung und Vernichtung der 6. deutschen Armee bis zum 2. Februar 1943 gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Der darauf folgende Aufruf Goebbels zum "Totalen Krieg" im Februar 1943 war nicht mehr als eine  Durchhalteparole zu einem Krieg, der längst verloren war.

In den darauf folgenden weiteren Gegenoffensiven der russischen Armee erlitten die deutschen Verbänden schwere Niederlagen. Eine letzte große deutsche Gegenoffensive (Operation Zitadelle) endete im Juli 1943 in einem Desaster (verlorene Panzerschlacht bei Kursk). Die dabei entstandenen hohen Verluste an Kriegsgerät und Soldaten konnte die deutsche Armee im späteren Kriegsverlauf nicht mehr kompensieren.

In der Sommeroffensive von 1944 erreichte die Rote Armee bereits die Reichsgrenze, in der Winteroffensive von 1945 wurde die Oder und Neiße überquert, im Mai 1945 standen sich schließlich amerikanische und russische Soldaten in der Reichshauptstadt Berlin gegenüber.

Die Vorgangsweise der deutschen Armee kann zudem als ein Kriegsverbrechen an der russischen Zivilbevölkerung bewertet werden, da der Krieg gegen die "Untermenschen" ca. 20 Millionen Russen das Leben kostete und an Grausamkeiten kaum zu überbieten war. Ermöglicht wurde diese brutale Kriegsführung unter anderem auch durch eine nationalsozialistische Propaganda, die den Gegner ständig als minderwertigen Untermenschen darstellte.

 

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