Kriegsjahr 1915 


Anfang Februar 1915 kündigte die deutsche Kriegsführung den uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe an, was internationale Proteste hervorrief. Diese verstärkten sich noch, als das deutsche U-Boot U 20 das britische Passagierschiff Lusitania versenkte. Dabei starben neben 100 Kindern auch 127 Amerikaner, was große Spannungen mit den USA verursachte. 

An der Ostfront erzielten die Mittelmächte deutliche Geländegewinne, konnten wichtige Städte wie Warschau, Brest-Litowsk und Vilnius einnehmen und die Ostfront von 1 600 auf 1 000 km verkürzen. 

Im Jänner 1915 kam es zu größeren Kampfhandlungen zwischen dem Osmanischen Reich und Russland. Erstere verloren und verübten aus Rache den ersten Völkermord der Geschichte. Schätzungsweise 1 Million Armenier wurden getötet, da man ihnen eine Kooperation mit dem russischen Feind vorwarf.

An der Westfront fand am 22. April 1915 (zweite Ypernschlacht) der erste Einsatz von Giftgas (Chlorgas) auf deutscher Seite statt, das eine verheerende Wirkung hatte, da sich das schwere Gas in den Schützengräben sammelte. Dies brachte aber ebenso keine militärische Entscheidung wie die mit hohem Materialaufwand betriebenen Artillerieschlachten (Herbstschlacht in der Champagne), die ehemals blühende Landstriche in Kraterlandschaften verwandelten.

Am 23. Mai 1915 erklärte Italien den Mittelmächten den Krieg und griff Österreich am Fluss Isonzo an. Dies obwohl Italien ursprünglich mit den Mittelmächten verbündet war, sich aber durch den Kriegseintritt auf Seiten der Entente Vorteile versprach - Südtirol sollte nach dem Krieg Italien zugesprochen werden.

Die Mittelmächte befanden sich ab diesem Zeitpunkt in einem Drei-Frontenkrieg. Die Alpenfront verlief vom Stilfser Joch über die Dolomiten, den Karnischen Alpen und des Isonzos bis zur Adriaküste.

 

Weitere interessante Artikel: