Ermordung des österreichischen Thronfolgers:


Nachdem sich die europäischen Großmächte schon länger auf einen Krieg eingestellt hatten, wartete man noch auf einen Anlass den Krieg beginnen zu können. Mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip war dieser gefunden. Österreich-Ungarn stellte Serbien daraufhin ein Ultimatum von 48 Stunden und erklärte nach dessen Ablauf am 28. Juli den Serben den Krieg.

 

Bündnisverpflichtungen:


Damit wurde ein Mechanismus in Gang gesetzt, der nicht mehr zu stoppen war. Russland kam Serbien zu Hilfe, Deutschland marschierte durch das neutrale Belgien in Frankreich ein. Aus Bündnisverpflichtungen wurden in kurzer Zeit Kriegsallianzen - ganz Europa befand sich jetzt in einem grausamen Krieg. Da jede Seite auf einen schnellen Sieg hoffte, bestand keine Planung für einen langen Krieg. Keine Winterbekleidung für die Soldaten und nur ungenügende Vorratslager mit Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung.

 

Schlieffen-Plan:


Da Deutschland unbedingt einen Zwei-Fronten-Krieg vermeiden wollte, versuchte die deutsche Kriegsführung den so genannten Schlieffen-Plan rasch umzusetzen. Dieser Plan hatte zum Inhalt, die Ostfront nur zu halten, während Frankreich durch einen überraschenden Angriff über das neutrale Belgien (beginnend mit dem Angriff auf die Festung Lüttich) schnellst möglichst besiegt werden sollte. 

Der Schlieffen-Plan musste aber bald aufgegeben werden, da durch den Kriegseintritt von Großbritannien und durch die Gegenoffensiven (Schlacht an der Marne ab 6. September 1914) des französischen Generals Joffre der Vormarsch der deutschen Truppen immer mehr zum Erliegen kam. Der deutsche Generalstabschef Moltke erlitt einen Nervenzusammenbruch und wurde durch Erich von Falkenhayn ersetzt.

 

Wettlauf zum Meer:


Im so genannten "Wettlauf zum Meer" (13. September bis 19. Oktober 1914), versuchten beide Kriegsparteien die Flanken des Gegners zu umfassen. Dies misslang und führte nur dazu, dass sich die Front jetzt bis zur Nordsee erstreckte. 

 

Stellungskrieg im Westen:


Bei der belgischen Stadt Ypern endete der Bewegungskrieg und der Stellungskrieg begann. Die Westfront war jetzt auf 700 km Länge ein ausgebautes System von Schützengräben und reichte von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze. Vom 24. bis 26. Dezember kam es an Teilen der Westfront zu einem spontanen und unautorisierten Weihnachtsfrieden, wo Soldaten beider Kriegsparteien einen Waffenstillstand mit Verbrüderungsgesten organisierten. 

 

Ostfront:


An der Ostfront hingegen mussten die russischen Armeen, die nach anfänglichen Erfolgen Teile von Ostpreußen besetzt hatten, nach schweren Niederlagen ins besonders in der Schlacht bei Tannenberg (26. - 31. August) den Rückzug antreten.

Auch hier begann im Winter der Stellungskrieg in den Karpaten. Die siegreichen deutschen Truppen wurden von Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg befehligt. 

 

Deutsche Kolonien:


Am 14. November 1914 trat das Osmanische Reich auf der Seite der Mittelmächte in den Krieg ein und rief den Dschihad (heiliger Krieg) gegen die Alliierten aus. Ab August 1914 wurden auch die deutschen Kolonien von britischen Truppen angegriffen.

Da die deutschen Truppen auf einen Krieg weit weg von der Heimat nur schlecht vorbereitet waren, wurden die Kolonien entweder kampflos (im Pazifik) aufgegeben, oder deren Kapitulation durch einen Guerillakrieg (in Afrika) nur hinausgezögert.

 

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