Der industrialisierte Krieg


Der Erste Weltkrieg wird als der erste vollständig industrialisierte Krieg bezeichnet, indem die Aufbietung personeller und materieller Ressourcen neue Dimensionen erreichte. Das Deutsche Reich hatte während des Krieges durchschnittlich fast 7 Millionen Männer unter Waffen, die bewaffnet und verpflegt werden mussten. Zudem wurden Maschinengewehre, Geschütze, Panzer und Kampfflugzeuge in tausendfacher Zahl hergestellt, was zur Folge hatte, dass die Wirtschaftskraft eines Landes kriegsentscheidend wurde. Auch das Bild des Soldaten erfuhr eine Veränderung. Er sollte vollständig abgehärtet, emotionslos, grenzenlos belastbar und in der Bedienung von neuem Kriegsgerät auch fachlich qualifiziert sein.

Früher erfolgreiche militärische Strategien wie der Einsatz der Kavallerie erwiesen sich hinsichtlich des enormen technischen Fortschritts in der Entwicklung neuer Waffen (Artillerie, Panzer, Flugzeuge) bald als völlig wirkungslos. Maschinengewehre mit über 1000 Schuss pro Minute waren als Defensivwaffe fast unüberwindbar und verwandelten offen vorgetragene Angriffe in ein Blutbad. Generell war der Krieg zu einer Material- und Abnützungsschlacht degeneriert, indem die Soldaten als Ressource mit Kriegsgerät gleich gesetzt wurden. Auch der Einsatz besonders brutaler Waffen wie Flammenwerfer oder Giftgas führten zu einer weiteren Verrohung der Kriegsführung.

 

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