Der Alpenkrieg 1915 - 1918


Der Alpenkrieg: Neben der Ostfront und Westfront wurde auch an der gebirgigen Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien ein erbarmungsloser Stellungskrieg bis hinauf auf die höchsten Gipfel geführt. Zusätzlich zum feindlichen Beschuss kamen viele Soldaten durch Lawinenabgänge, Felsstürze und Alpinunfälle ums Leben. Auch die beißende Kälte auf über 3000 Meter in Verbindung mit der schlechten Ausrüstung der Soldaten forderte zahlreiche Todesopfer. Zudem nutzten die Kriegsparteien die Naturgewalten für ihre Zwecke und lösten durch Beschuss absichtlich Schnee- und Steinlawinen aus.

Der Gebirgskrieg begann mit mehreren Offensiven Italiens unter dem Oberbefehl des Generals Luigi Cadorna am 23. Mai 1915, der mit einem Heer von 900 000 Mann, an mehreren Stellen die K.u.k Gruppen angriff. Mit schnell durchgeführten Angriffen sollten die strategisch wichtigen Orte Laibach, Villach und Toblach erobert werden.

Aufgrund der zögerlichen Haltung von Cadorna und der schwierigen geographischen Gegebenheiten, die die Verteidiger bevorzugten, misslang dieses Vorhaben völlig. Vielmehr gelang es der K.u.k. Armee innerhalb von 2 Wochen eine geschlossene Verteidigungslinie aufzubauen, sodass auch an der 600 km langen Alpenfront sehr schnell ein brutaler Stellungskrieg begann. Dessen höchsten Geschützstellungen standen auf dem Ortler in 3 500 Metern Höhe.

Besonders heftig umkämpft waren der Col di Lana und der benachbarte Monte Sief. Die sich hier gegenüberstehen Elitetruppen der K.u.k. Kaiserjäger und der Alpini auf italienischer Seite lieferten sich heftige Kämpfe. Auch die teilweise Sprengung des Col di Lana durch die Italiener brachte keine Frontverschiebung. Am meisten Todesopfer waren in den 12 Isonzoschlachten (benannt nach dem Fluss Isonzo) zu beklagen, wo trotz größtmöglicher Anstrengungen keiner Seite ein entscheidender Durchbruch gelang, aber der Blutzoll enorm war.

Insgesamt starben bis zum Ende des Alpenkrieges am 3. November 1918 150 000 bis 180 000 Soldaten. Obwohl die K.u.k Armee gegen Kriegsende Geländegewinne erzielte, waren diese wertlos, weil der Krieg an der Westfront gegen die Alliierten verloren wurde. Italien bekam daher als Kriegsgewinner Südtirol zugesprochen.

 

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