Aufgeklärte Absolutismus


 Joseph II.

Der Aufgeklärte Absolutismus, war eine Herrschaftsform, in der Monarchen zwar die absolute Macht behielten, aber soziale und humanitäre Verbesserungen für ihr Volk durchführten. Die Tendenz war in Richtung mehr Rechtsstaatlichkeit und weniger Willkür. Die wichtigsten Vertreter dieser Regierungsform waren in Österreich die Erzherzogin Maria Theresia, sowie deren Sohn Joseph II., in Preußen Friedrich II. und in Russland Katharina II.

Durch die teilweise Entmachtung von Landesfürsten und der Kirche führten diese Reformen auch indirekt zur Stärkung des Zentralstaates, der jetzt weit mehr ins Leben seiner Bevölkerung eingriff als früher. Es wurden erste Gesetzbücher verfasst (in Österreich das "Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch" (ABGB)), welches einen Beginn der Rechtsstaatlichkeit bedeutete. 

Wichtige Reformen unter Maria Theresia waren die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht (1774), eine Verwaltungsreform (zentralisierte Entscheidungsgewalt in Wien) sowie eine Heeresreform, Abschaffung der Folter, Einführung eines Grundbuches, Adelige wurden steuerpflichtig etc. 

Weit radikaler in seinen Reformen war aber noch ihr Sohn Joseph II., der 1780, nach dem Tod seiner Mutter die Herrschaft in Österreich übernahm. Er sah sich als ersten Diener seines Volkes, lebte sehr bescheiden und reiste inkognito als Graf Falkenstein durch seine Ländereien, um die Nöte seiner Untertanen vor Ort zu erfahren. 

Seine wichtigste Reformen war das Toleranzpatent, indem er eine freie Religionsausübung zuließ, die Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern im engeren Sinne (freie Berufswahl und Ortswechsel war jetzt möglich), Schließung von Klöstern, wenn sie keine "nützliche" Tätigkeiten ausübten, Errichtung von Armen- und Waisenhäusern. 

Aufgrund der Radikalität der Reformen machte er sich aber auch viele Feinde. Nicht ganz so radikal in seinen Reformen war Friedrich II., König von Preußen. Er führte zwar auch die allgemeine Schulpflicht ein, bezog diese aber hauptsächlich auf den Adel. Die Leibeigenschaft der Bauern behielt er aber bei, zudem galt sein Interesse eher dem Großmachtstreben und nicht der Verbesserung der Lebensqualität seiner Untertanen.