Absolutismus


Der Absolutismus, war eine Herrschaftsform, in der Monarchen absolut herrschten. Ihre Herrschaft war "göttlich" legitimiert, sodass ständische oder demokratische Institutionen keine Mitspracherecht hatten. Vorbild für diese Herrschaftsform war König Ludwig XIV. von Frankreich (siehe Bild), dem folgender Ausspruch zugeordnet wird: "Der Staat bin ich". Er allein bestimmte die Gesetze, war Richter und militärischer Oberbefehlshaber. 

Um sein göttliche Herrschaft zu untermauern, ließ er sich das Prunkschloss Versailles bauen, wo er als Sonnenkönig residierte. In Versailles lebte viele Adelige (Hofadel), die Kosten für deren Unterhalt übernahm der König.  Das prunkvolle Schloss, welches im Barockstil gebaut wurde, war 580 Meter lang und bot Platz für 10 000 Gäste. 

Diese totale Macht konnte nur einhergehen mit einem Verstaatlichungsprozess, der alle Gesellschaftsschichten einbezog. Ein gewaltiger Beamtenapparat, ein stehendes Heer und eine vom Herrscher abhängige Kirche und Hofadel sicherten seine Macht. Der niedrigste Stand, die Bauern und Lohnarbeiter, mussten mit den Bürgern zusammen den Hofadel und die Kirche finanzieren, die keine Steuern zahlen. 

Damit der aufwändige Lebensstil des Königs finanziert werden konnte, führte sein Finanzminister, Jean-Baptiste Colbert, ein neues Wirtschaftssystem ein: den Merkantilismus. Durch den Handel mit ausländischen Staaten sollte viel Geld nach Frankreich gelangen. Dies sollte damit erreicht werden, dass teure Waren ins Ausland verkauft wurden (Export) und billige Waren (vor allem Rohstoffe) vom Ausland eingekauft wurden (Import). Die Einfuhr von hochwertigen ausländischen Waren wurde verboten oder mit hohen Zöllen belegt. 

Um Waren in einer größeren Anzahl und schneller herstellen zu können, wurden Manufakturen errichtet. In diesen Großbetrieben wurden Waren nach dem Prinzip der Arbeitsteilung hergestellt: Aufteilung der Herstellung in einzelne Produktionsschritte, die jeweils von einem Arbeiter erledigt wurden.