Überblick:


Die Großlandschaften Österreichs kann man folgendermaßen einteilen:

1. Alpen      

2. Alpenvorland      

3. Granit- und Gneishochland 

4. Vorland im Osten/Südosten      

5. Wiener Becken   

 

Die Alpen


Hierunter versteht man den östlichen Teil der Alpen, der durch den Bodensee, das Rheintal, den Splügenpass und dem Comosee von den Westalpen abgetrennt ist.

Die Ostalpen bilden mit 63% den weitaus größten Anteil an der österreichischen Staatsfläche. 

Wir unterscheiden dabei folgende Gesteinszonen:

a) Flyschzone: ton- und sandartiges Gestein, welches zu Rutschungen führt. Nutzung: Viehzucht z.B. Bregenzerwald in Vorarlberg

b) nördliche Kalkalpen: Kalkgestein, mit steilen meist unbewaldeteten Felswänden. Nutzung: Forstwirtschaft z.B. Lechtaler Alpen in Tirol

c) Schieferzone: Schiefergestein, oft Weiden und Wiesen. z.B. Kitzbühler Alpen in Tirol

d) Zentralalpen: z.B. Hohe Tauern in Salzburg und Kärnten mit Österreichs höchstem Berg: Großglockner (3 797 m) 

e) südliche Kalkalpen: z.B. die Karawanken in Kärnten

 

Das Alpenvorland:


Das Alpenvorland reicht vom Beginn der Alpen bis zur Donau im Tullner Becken. Es kann auch als Hochland rund um die Alpen bezeichnet werden, dessen Gestalt von der Bildung der Alpen und den Eiszeiten geprägt wurde. Geologisch wird es in Seen-Moränenland, Schotterebenen und Teritiärhügelland unterschieden.
 
Es ist ein Flach- Platten- und Hügelland (ca. 300 - 500 Höhenmeter), das von zahlreichen Flüssen durchzogen wird (Inn, Enns, Traun, Traisen, Ybbs). Aufgrund der zentralen Lage und der einfachen geologischen Bedingungen durchziehen es wichtige Verkehrwege und es ist dicht besiedelt (Städte Salzburg und Graz). 
 
Hinsichtlich der Bundesländer umfasst es Teile von Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich. Das Alpenvorland ist waldfrei und größtenteils fruchtbares Feld- und Wiesenland, wo Ackerbau, Weinbau und Viehzucht betrieben werden kann. Durch die vielen Flüsse entstanden viele Industriebetriebe. An Bodenschätzen werden Erdgas, Erdöl und Braunkohle gefördert. 
  

Das Granit- und Gneishochland:


Das Granit- und Gneishochland zählt zu den geologisch ältesten Teilen Österreichs (erodierter Rest eins alten Gebirges). Geographisch gesehen befindet sich das Granit- und Gneishochland ganz im Norden unseres Landes und umfasst das gesamte Mühlviertel und das Waldviertel also Gebiete der Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich.

Sie besteht aus großteils flachen Landschaften mit sanften Mulden und Tälern sowie niedrigen Rücken und Kuppen und wird auch Böhmische Masse genannt. 

In der Landwirtschaft werden auf den Feldern Getreide (Gerste, Hafer, Roggen) und Kartoffeln angebaut. Hier herrscht ein mitteleuropäisches Übergangsklima zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima mit relativ wenig Niederschlägen vor.

 

Vorland im Osten/Südosten:


Zum Vorland im Osten/Südosten  zählen im Wesentlichen das Flachland des nördlichen Burgenlands und das Flach- und Hügelland der Grazer Bucht (West- und Oststeirisches Hügelland, Grazer und Leibnitzer Feld, sowie das Südburgenland). 

Die Landschaft ist flach hügelig, besteht überwiegend aus Schotterplatten. Bedeutendster See und zugleich tiefster Punkt Österreichs ist der Neusiedlersee. Er umfasst ca. 320 km² und befindet sich auf einer Meereshöhe von 115 m. Im Seewinkel gibt es auch zahlreiche seichte Salzseen, die "Lacken" genannt werden. Auch Spuren eines ehemaligen Vulkanismus sind in dieser Landschaftszone zu finden. 

Die landwirtschaftlichen Nutzflächen weisen einen sehr hohen Anteil an Weingärten auf. Die wichtigsten Flüsse sind die Raab (Burgenland) und die Mur (Steiermark).

In dieser Landschaftszone herrscht ein pannonisches Klima vor, welches kontinental geprägt ist und sich durch kalte Winter und heiße Sommer auszeichnet. Hinsichtlich der Niederschlagsmenge gehört diese Großlandschaft zu den niederschlagsärmsten Gebieten Österreichs (weniger als 600 mm Jahresniederschlag). 

 

Wiener Becken:


Das Wiener Becken umfasst Gebiete der Bundesländer, Wien, Niederösterreich und des Burgenlands. Geologisch gesehen ist das Wiener Becken ein Einbruchs- und Senkungsfeld. Thermalquellen an den Bruchlinien (Baden, Bad Vöslau) weisen darauf hin. 

Die Donau unterteilt das Wiener Becken in einen nördlichen und südlichen Teil. Während der nördliche Teil das Östliche Weinviertel und Marchfeld umfasst, gehören zum südlichen Teil die Trockene und Feuchte Ebene. 

Das Marchfeld wird aufgrund des sehr fruchtbaren Bodens für Getreide-, Zuckerrüben,- und Weinanbau genutzt. Das Marchfeld trägt daher die Bezeichnung "Kornkammer Österreichs". Hier befinden sich auch die größten Erdgas- und Erdölvorkommen Österreichs. 

In dieser Landschaftszone herrscht ebenfalls ein pannonisches Klima vor, welches kontinental geprägt ist und sich einerseits durch kalte Winter und heiße Sommer auszeichnet und andererseits durch geringe Niederschlagsmengen gekennzeichnet ist. 

Das Wiener Becken ist dicht besiedelt (Bundeshauptstadt Wien mit 1,8 Millionen Einwohnern) und weist zahlreiche Industriebetriebe auf z.B. Raffinerie Schwechat.