Geographische Lage:


Mit Sibirien bezeichnet man im weitesten Sinne den ganzen asiatischen Teil von Russland. Er wird im Westen begrenzt vom Uralgebirge, im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifik und im Süden von der Volksrepublik China, der Mongolei und Kasachstan. Sibirien umfasst rund drei Viertel des russischen Territoriums und hat eine Größe von 13,1 Millionen Quadratkilometer.

 

Großlandschaften:


Hinsichtlich der russischen Großlandschaften umfasst Sibirien: 

- das Westsibirische Tiefland

- das Nordsibirische Tiefland

- die Mitteljakutische Niederung

- das Mittelsibirische Bergland

- das Südsibirische Gebirge

 

Flüsse und Seen:


Das bedeutendste Gewässer Sibiriens ist der Baikalsee, der mit einem Volumen von 23 615 km³ der wasserreichste Süßwassersee der Welt ist. Ins Polarmeer münden die Flüsse Ob (3 650 km lang) und der Jenissei (4 092 km lang). In den Pazifik hingegen münden der Amur (1 620 km lang) der Anadyr (1 146 km lang). 

 

Klima:


Meist herrscht extremes  Kontinentalklima mit kurzen heißen Sommern (bis + 40° C) und sehr kalten langen Wintern (bis - 70° C) vor. Das Land ist meist 9 Monate von einer Schneedecke bedeckt.

Permafrostboden, der im Sommer nur oberflächlich auftaut, führt im Sommer aufgrund der Staunässe zu einer Mückenplage. 

 

Fauna und Flora:


Die sibirische Landschaft wird großteils entweder von borealen Wäldern der Taiga dominiert, während in den arktischen Regionen die baumlose Tundra dominiert. Weiter südlich folgen die Waldsteppe und die schlussendlich Steppenlandschaften. 

Hinsichtlich der Fauna findet man in der Tundra Rentiere, Eisbären, Polarfüchse und Robben. In der Taiga hingegen ist der Artenreichtum aufgrund der günstigeren klimatischen Verhältnisse größer. Hier sind Bären, Wölfe, Füchse, Wildschweine etc. anzutreffen.  

 

Einwohner:


Sibirien hat 38 Millionen Einwohner und weist aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte von 2,9 Menschen pro km² auf. 

Die größten Städte sind im Süden und Südwesten anzutreffen: Nowosibirsk, Omsk, Krasnojarsk,  Tomsk, Irkutsk, Chabarowsk, Ulan-Ude, etc. Die fernöstlich gelegene Pazifik-Metropole Wladiwostok ist mit Transsibirischen Eisenbahn zu erreichen. 

 

Wirtschaft:


Sibirien ist sehr reich an Bodenschätzen. Die Förderung von Erdgas, Erdöl, Kohle einerseits und die Gewinnung von Gold, Uran und Diamanten andererseits sind die Haupteinnahmequellen Sibiriens. Die mangelnde Differenzierung der sibirischen Wirtschaft schafft aber Abhängigkeiten von den Rohstoffpreisen (z.B. Verfall des Erdölpreises).  

 

Geschichte:


Ein dunkles Kapitel der sibirischen Geschichte stellen das System von Zwangsarbeitslagern in entlegenen Gebieten von Sibirien dar. Dieses System von Zwangsarbeitslagern, die auch Gulag genannt werden, dienten gerade unter Stalin dazu politische Häftlinge unter grausamen Bedingungen zu verbannen.