Definition:


In der indirekten Rede wird die Äußerung eines Dritten wieder gegeben. 

Es handelt sich hier um keine wörtliche Wiedergabe. 

Es werden daher auch keine Anführungszeichen verwendet.

Ihre Verbform wird mit meist mit dem Konjunktiv I gebildet.  

Die Bildung erfolgt entweder als Ergänzungssatz mit "dass" oder als Hauptsatz ohne "dass".

Die verwendete Zeit in der indirekten Rede ist unabhängig vom Tempus im Hauptsatz.

 

Bildung mit Konjunktiv 1 im Ergänzungssatz


Hinsichtlich der Satzstellung tritt das Konjunktiv vor allem in Ergänzungssätzen mit dass auf, der sich auf einen Hauptsatz mit einem Verb/Nomen des Sagens, Denkens, Hoffens, ... etc. bezieht. 

Beispiele:

Er sagte, dass er bald hier sei. 

Der Vater erzählte, dass er ihr geholfen habe.

Susi meint, dass sie viel fahren werde.

  

Bildung mit Konjunktiv 1 als Hauptsatz:


Vielfach wird eine Verwendung ohne "dass" angestrebt.

In diesem Fall wird der Konjunktiv 1 als Hauptsatz verwendet. 

Beispiele:

Er sagte, er sei gleich hier. 

Der Vater erzählte, er habe ihr geholfen.

Susi meint, sie werde viel fahren.

 

Perspektivenwechsel:


Durch die Wiedergabe des Gesprochenen (direkte Rede) durch eine dritte Person kommt es zu einem 

Perspektivenwechsel vom Sprecher zum Referenten. 

An diesen Perspektivenwechsel müssen Pronomen und Adverbien angepasst werden. 

Personalpronomen:

ich → er, sie 

wir → sie

Direkte Rede: Der Lehrer meinte: "Ich bin heute sehr zufrieden."

Indirekte Rede: Der Lehrer meinte, er sei heute sehr zufrieden.

Direkte Rede: Die Läufer sagten: "Wir sind heute sehr müde."

Indirekte Rede: Die Läufer sagten, sie seien heute sehr müde.

 

Demonstrativpronomen:

mein → sein, ihr

unser → ihr 

Direkte Rede: Der Lehrer meinte: "Mein Tag ist heute gut verlaufen."

Indirekte Rede: Der Lehrer meinte, sein Tag sei heute gut verlaufen.

Direkte Rede: Die Läufer sagten: "Unsere Beine schmerzen heute."

Indirekte Rede: Die Läufer sagten, ihre Beine seien heute sehr müde.

Adverbien:

dort → hier 

gestern → heute  

Direkte Rede: Ursula meinte: "Dort bei euch ist es wunderbar."

Indirekte Rede: Ursula meinte, hier bei uns sei es wunderbar.

 

Bildung  in allen Zeiten:


Präsens:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich bin in Dornbirn."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie sei in Dornbirn. 

Präteritum:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich war in Dornbirn."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie sei in Dornbirn gewesen.

Perfekt:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich bin in Dornbirn gewesen."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie sei in Dornbirn gewesen.

Plusquamperfekt:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich war in Dornbirn gewesen."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie sei in Dornbirn gewesen

Futur:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich werde in Dornbirn sein."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie würde* in Dornbirn sein.

Futur II:

Wörtliche Rede: Sie sagt: "Ich werde in Dornbirn gewesen sein."

Indirekte Rede: Sie sagt, sie würde* in Dornbirn gewesen sein. 

* weil die Bildung im Konjunktiv 1 gleich ist wie im Indikativ wird das Konjunktiv 2 verwendet.
 

Bildung in Fragesätzen:


a) Ergänzungsfragen werden mit dem Fragewort eingeleitet:

Wörtliche Rede: Sie fragt: "Wie spät ist es?"

Indirekte Rede: Sie fragt, wie spät es sei.

 

b) Entscheidungsfragen werden mit "ob" eingeleitet:

Wörtliche Rede: Sie fragt: "Bin ich hier richtig?"

Indirekte Rede: Sie fragt, ob sie hier richtig sei.

 

Bildung in Aufforderungen/Bitten:


Werden mit dem Modalverb "sollen" gebildet, bei Höflichkeit mit dem Modalverb "mögen".

Direkte Rede: Sie sagt zu mir: "Sei still!"

Indirekte Rede: Sie sagt, ich soll still sein.

Indirekte Rede (höflich): Sie sagt, ich möge still sein. 

 

Verwendung des Konjunktivs 2:


In folgenden zwei Fällen wird statt des Konjunktivs 1 der Konjunktiv 2 angewendet:

a) wenn die Form des Konjunktiv 1 identisch ist mit dem Indikativ 

Direkte Rede: Er sagt: "Ich habe Hunger".

Indirekte Rede: Er sagt, er hätte Hunger.  (Konjunktiv I "habe" ist identisch mit dem Indikativ). 

b) wenn der Referent Zweifel an der übermittelten Aussage ausdrücken will. 

Direkte Rede: Sie meint: "Ich bin glücklich".

Indirekte Rede: Er sagt sie meint, sie wäre glücklich.