Definition:


Der Imperativ (Befehlsform) ist ein Aussagemodus des Verbs mit dem wir eine Aufforderung oder eine Bitte ausdrücken.

Er wird nur in der direkten, persönlichen Anrede genutzt.

Darum wird er jeweils aus der 2. Person Einzahl und Mehrzahl gebildet. 

Es gibt drei Arten von Imperativformen: Singular, Plural und die Höflichkeitsform

 

Bildung der Imperativformen:


a) Bei der Bildung der Singularform wird die Verbform der 2. Person Singular verwendet, aber sowohl das Personalpronomen (du) als auch die Endung "-st" werden weggelassen.

Beispiel: du hilfst → du hilfst!  Hilf!  

b) Bei der Bildung der Pluralform wird die Verbform der 2. Person Plural verwendet. Hier wird nur das Pronomen (ihr) weggelassen.

Beispiel: ihr helft → ihr helft!  Helft!

c) Die Höflichkeitsform wird mit dem Infinitiv und dem Anredepronomen "Sie" gebildet. 

Beispiel: Helfen Sie!

 

Ausnahmen der Bildung:


a) Vokalwechsel mit Umlauten im Singular wird nicht übernommen:

Beispiele:

du läufst → Lauf!      

du schläft → Schlaf!      

du fährst → Fahr!  
 

b) Verben mit Verbstammendung: „-t”, „-d”, „-ig”, „-ern”, „-eln” erhalten im Singular die Endung „-e”.

Beispiele:

du wartest → Warte!

du bestätigst → Bestätige!

du lächelst → Lächle! 

 

c) Die Verben „sein“, „werden“ und „haben“ bilden ihren Imperativ Singular unregelmäßig. 

du bist → Sei (ruhig)!

du hast - Hab (Geduld)!

du wirst - Werde (glücklich)!

 

d) Das Verb "sein" wird in der Höflichkeitsform mit "seien" gebildet. 

Seien Sie (pünktlich)! 

 

Reflexive Verben:


Reflexive Verben werden im Imperativ mit dem passenden Reflexivpronomen verwendet

z.B. sich bedanken

Singular: du bedankst dich → Bedanke dich!      

Plural: ihr bedankt euch → Bedankt euch!      

Höflichkeitsform: Bedanken Sie sich!

 

Keine Imperativbildung:


Modalverben wie können, wollen, mögen, sollen, dürfen und müssen bilden kein Imperativ.

Auch für andere Verben ist eine Imperativbildung nicht immer sinnvoll, weil keine persönliche Ansprache möglich ist. z.B. du regnest - regne! ergibt keinen Sinn.

 

Trennbare Verben:


Trennbare Verben werden auch in den Imperativformen getrennt. 

z.B. vorlesen 

Singular: du liest vor → Lies vor!      

Plural: ihr lest vor → Lest vor!      

Höflichkeitsform: Lesen Sie vor!

 

Art der Formulierung/Betonung:


Hinsichtlich der Formulierungen freundlicher sind Imperativformen mit dem Wort "bitte".

Den Nachdruck betreffend ändert sich aber nichts.  z.B. Schreib bitte

Außerdem sind die Betonung und Sprechgeschwindigkeit maßgeblich, wenn es darum geht die Aufforderung zu betonen. Schnell und laut gesprochen ist der Imperativ ein Befehl. 

 

Verwendung:


Der Imperativ kann für folgende Zwecke genutzt werden:

a) Verbot: Betreten verboten!

b) Ermahnung: Räum das Zimmer auf!

c) Ratschlag: Sei vorsichtig! 

d) Appell: Rettet das Kinderheim!

e) Anweisung: Seid still! 

f) Bitte: Hilf mir!